Vier Männer bei der Pflanzung eines neuen Baumes.

Neue Bäume für die Klima-Stadt!

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Ein gesunder Baum hat eine Kühlleistung von zehn Klimaanlagen. 

Der Weltklimarat will die Erderwärmung bis 2050 auf 1,5 Grad begrenzen. Ein erreichbares Ziel, sagen Forscherinnen und Forscher. Ihr Vorschlag? Bäume pflanzen!

Der Grundgedanke, der im Mödlinger Stadtwald schon mit seinen Totholzhabitaten, die als „CO2-Senken“ wirken, und dem ersten „Klimawald“ in Niederösterreich erfolgreich umgesetzt wurde, soll nun bei den Stadtbäumen zielführend weiterentwickelt werden. Stadtgärtnerei-Stadtrat Dr. Leo Lindebner möchte für dieses Ziel in den nächsten 5 Jahren 1.000 neue Klimabäume pflanzen. Ein guter Anfang mit an die 120 gepflanzten Bäumen für heuer ist jedenfalls gemacht.

Eine Gruppe von Männern steht im Innenhof des Pflege und Betreuungszentrums und ist mit dem Einsetzen eines Baumes in die dafür vorgesehene Grube beschäftigt.Auch auf dem Areal des Mödlinger Pflege- und Betreuungszentrums in der Grenzgasse werden neue Bäume gepflanzt. Heimdirektor Gerhard Reisner (3.v.r.) freut sich mit dem zuständigen Stadtrat Leopold Lindebner (2.v.l.) und dem Team der Mödlinger Stadtgärtnerei um Leiter Norbert Rauch (m.) über die Aktion für den Klimaschutz.

Klimawandel, und was Bäume leisten (müssen)

Für die regionalen Folgen des Klimawandels sind vor allem Extremereignisse von Bedeutung: Hitzeperioden, Starkniederschläge, Hochwasserereignisse und Stürme stellen auch eine Belastung für die Stadtvegetation dar.

Die Bäume in der Stadt  – und vor allem entlang der Straßen –  leiden unter Wärmestress. Denn dort sind die Temperaturen im Gegensatz zu außerorts 3 – 5 Grad höher. Weil der Baum dadurch mehr verdunsten muss, aber durch die Bodenversiegelungen der Straßenflächen nicht mehr Wasser bekommt, hat er Trockenstress.

Dazu kommen extrem dichte Böden und somit kein Platz für großes Wurzelwerk, Einengung durch technische Einbauten, Verätzungen durch Hunde-Urin, neue Schädlinge und Anfahrschäden durch einparkende Autos. An den Straßen werden Bäume oft nur noch 60 Jahre alt, während sie in Parkanlagen und Gärten auch ein Alter von 200 Jahren erreichen können.

Die Pflegeintervalle der Bäume verlängern sich mit fortschreitendem Alter der Pflanzen. Jungbäume müssen alle 3 – 5, ältere Exemplare nur etwa alle 8 – 10 Jahre sorgfältig geschnitten werden. Der Mittelwert für die Kosten der Pflege jedes Baumes beträgt dabei 50 Euro pro Jahr. Gleichzeitig mit dem Alter steigt auch die klima-relevante Leistungsfähigkeit des Baumes, worum es doppelt wichtig ist, die Umtriebszeiten der Straßenbäume so lang wie möglich zu halten. 

eine Gruppe von Menschen, steht um ein frisch mit einem Ahorn bepflanztes Rabattl.Die Stadträte Leo Lindebner (3.v.l.) und Otto Rezac (r.) mit Gärtnermeister Norbert Rauch (4. v.l.) und Mitarbeitern der Stadtgärtnerei bei der Pflanzung von sechs neuen Feldahornen  in der Quellenstraße im Juli dieses Jahres.

Zukunftsbäume  – optimal ans Stadtklima angepasst

Baum-Neu- oder -Ersatzpflanzungen erfolgen mit Baumarten, die an die aktuellen Klimabedingungen angepasst sind. Wichtige Kriterien für die Auswahl zukunftsträchtiger Stadtbaumarten sind Trockenstresstoleranz und Hitzeresistenz, aber auch Frosthärte sowie eine geringe Anfälligkeit für Schädlinge oder Krankheiten.

Nicht nur an neugestalteten Straßenzügen wie in der Quellenstraße, der Grutschgasse und der Sokolpromenade wurden heuer zusätzliche Bäume gesetzt, auch Institutionen, die ihre zum Teil halböffentlichen Grünflächen zur Verfügung gestellt haben, konnten für das Programm gewonnen werden: Partner ist u.a. das Pflege- und Betreuungszentrum Mödling in der Grenzgasse, wie auf obigem Foto ersichtlich.

Gleichzeitig laufen die Konzepte der „Baumpartnerschaft“ und des „Klimafitten Gartens“ weiter. Ebenso soll die Fläche der begrünten Dachflächen in Mödling in den nächsten Jahren weiter wachsen. In Planung ist auch ein zweiter „Klimawald“, in der Nähe des Mödlinger Waldklassenzimmers.

Bäume im städtischen Bereich . . .

  • sind Lebensraum für die heimische Fauna und Flora,
  • verbessern das Stadtklima und kompensieren Extremereignisse, z.B. Starkregen, 
  • reinigen die Luft durch das Abfangen von Staub und Schwebstoffen,
  • garantieren die Frischluftzufuhr,
  • kühlen die Luft und schaffen den Ausgleich zum Freiland,
  • regeln durch Photosynthese den Kohlendioxidverbrauch und
  • die lebensnotwendige Sauerstoffabgabe,
  • bieten Sichtschutz in der städtischen Geometrie,
  • erzeugen wichtigen Windschutz,
  • mindern lästige bis schmerzhaft hohe Lärmfrequenzen, 
  • haben stadtprägende und stadtgestaltende Funktion und
  • decken wesentliche psychologische und soziale Aspekte ab. 

Ein gesunder, erwachsener Baum besitzt dieselbe Kühlleistung wie 10 Klimaanlagen! 

Quelle

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