KERSCHBAUM: „WIR HABEN UNS NICHT UNTERKRIEGEN LASSEN“

Roman Kerschbaum war in dieser Saison ein immens wichtiger Erfolgsfaktor für den .

Sein Einsatz und unbändiger Wille waren vorbildlich, dazu avancierte der 27-Jährige mit sechs Liga-Toren zum Topscorer der Panther.

Im Interview gibt der Mittelfeldmotor Einblicke in seine Gefühlswelt.

Roman, mit ein paar Tagen Abstand: Wie fühlt sich der fixierte Klassenerhalt an?

Es ist die pure Erleichterung. Wir hatten in den letzten Wochen schon großen Druck. Es ist wirklich sehr befreiend, dass wir nicht bis zum letzten Spieltag zittern müssen.

Die Saison war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Was war für dich schlussendlich der Schlüssel zum Erfolg?

Der Saisonstart war ganz schlecht. Wir haben gleich in den ersten Spielen ziemlich eine drüber bekommen. Das hat sich eigentlich doch auch über die ganze Spielzeit gezogen. Wir haben immer wieder eine ordentliche Watschn kassiert. Doch eine unserer großen Stärken war bzw. ist, dass wir immer wieder aufgestanden sind. Wir haben uns nicht unterkriegen lassen. Es waren auch sehr viele Spiele auf Augenhöhe dabei. Leider haben wir uns oft zu wenig belohnt. Doch wir haben uns nie aufgegeben und an uns geglaubt. Das zeichnet die Mannschaft aus.

Gab es für dich einen speziellen Turning Point?

Ich denke, der gute Start in die Qualifikationsrunde mit dem Sieg in St. Pölten war ganz, ganz wichtig. Das war noch einmal eine Initialzündung, weil wir gleich einen direkten Konkurrenten geschlagen haben. Das hat Selbstvertrauen gegeben. Die Ergebnisse in der Qualifikationsgruppe waren grundsätzlich in Ordnung. Wir waren defensiv sehr stabil und haben wenige Gegentore bekommen.

Du bist die ganze Saison als Leadertyp aufgetreten: Ist das eine Rolle, in die du hineingewachsen bist, oder entspricht es deinem Naturell?

Ich übernehme gerne Verantwortung. Aber natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Man wächst schon in die Rolle hinein. Schon in meiner Zeit in Innsbruck war ich Führungsspieler und habe die Mannschaft oft als Kapitän aufs Feld geführt. In den letzten Jahren bei der Admira habe ich mich aber noch einmal steigern können, da bin ich noch mehr in diese Rolle hineingewachsen.

Du hast heuer 6 Bundesliga-Tore geschossen, mehr als in deinen bisherigen Saisonen zusammen. Erleben wir den besten „Kerschi“ aller Zeiten?

Ich würde grundsätzlich sagen, dass sich meine Karriere step by step entwickelt hat. Die Entwicklung ist auch bestimmt noch nicht zu Ende. Aber ja, diese Saison war bestimmt meine beste – vor allem was die Statistik betrifft. Es ist aber noch Luft nach oben. Mein Ziel ist es, weiter hart zu arbeiten und den nächsten Schritt zu machen.

Was nimmst du bzw. die Mannschaft aus dieser Saison mit?

Das man nie aufgeben darf! Egal, wie schwierig die Aufgabe scheint, egal, wie oft man hinfällt. Man muss immer wieder aufstehen und bis zum Schluss zusammenhalten. Das sind die Tugenden, die uns auszeichnen. Wir sind als Team zusammengeblieben – Rückschläge haben uns nicht aus dem Konzept gebracht. Dafür haben sehr viel Damir Buric und Klaus Schmidt beigetragen. Beide haben sehr darauf geachtet, dass das Team zusammenrückt. Im Sommer war es durch die vielen Veränderungen sehr schwierig. Damir und sein Trainerthema haben uns in die richtige Richtung gelenkt, Klaus und Sargon haben den Weg sensationell zu Ende geführt. Auch wenn es eine sehr schwierige Saison war, bin ich unheimlich froh, dass ich gleich mit zwei solchen Toptrainern zusammenarbeiten durfte. Beide sind menschlich und fachlich herausragend.

Am Freitag wartet das Saisonfinale gegen den SCR Altach – erstmals seit langer Zeit kommen wieder Zuschauer ins Stadion. Ein Match zum Genießen, oder?

Ja, so kann man es beschreiben. Es ist seit langem das erste Spiel, welches wir ohne Druck bestreiten können. Dazu kommen die Fans. Es gibt fast nichts Schöneres.

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