Gemaltes Portrait von Josef Schöffel.

145 Jahre Stadterhebung Mödling

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Erhebung des "landesfürstlichen Marktes" zur Stadt.

Die Erhebung des landesfürstlichen Marktes Mödling zur Stadt ist vor allem auf die Reformen von Josef Schöffel, die dieser nach seinem Amtsantritt als Bürgermeister im Jahr 1873 eingeleitet beziehungsweise umgesetzt hat, zurückzuführen. Erst durch diese tiefgreifenden Reformen konnte sich der mittelalterliche Markt zu einer neuzeitlichen Stadt entwickeln. 

  • Ordnung der Gemeindefinanzen durch Deckung der schwebenden Schulden mit Schwerpunkt auf den Verkauf von unproduktivem Gemeindebesitz
  • Ausarbeitung eines Bauregulierungsplanes zur Ordnung der Grund-, Straßen- und Bauverhältnisse

Alte, gemalte Ansicht des Rathauses mit Menschen die Markt treiben auf dem Platz davorDies alte Ansicht des Mödlinger Rathauses mit dem Schrannenplatz dürfte ca. aus der Zeit um 1840 datieren.

  • Verbesserung der Straßenverhältnisse durch Pflasterung der Landesstraßen mit Klinker, Errichtung von neuen Straßenkanälen, Pflasterung von Gehsteigen, Regulierung von einmündenden Seitenstraßen und Straßenerweiterungen
  • Einführung der Gasbeleuchtung 1875
  • Ausbau der Schule in der Pfarrgasse zu einer achtklassigen Bürgerschule
  • Parzellierung der östlich der Bahn gelegenen, vorwiegend gemeindeeigenen Gründe und damit die Erschließung von neuem Bauland (1874). Auf diese Weise entstand in kürzester Zeit ein neuer Stadtteil, der 1877 von Gemeindeausschuss „Schöffelvorstadt“ benannt wurde
  • Verlegung des alten Martinsfriedhofes von der Schöffelvorstadt an den Nordosthang des Eichkogels in die heutige Guntramsdorferstraße. Der neue Friedhof wurde bereits ab 1875 belegt
  • Für das heutige Stadtbild von Mödling sehr bedeutend waren die baulichen Veränderungen am Schrannenplatz. Schleifung des alten Markthauses Schrannenplatz 3 und Errichtung des Posthofes mit Ansiedlung des ärarischen Postamtes. Bezirksgericht und Steueramt übersiedelten in das ehemalige Gemeindegasthaus in die Kaiserin Elisabeth-Straße 2, das für diese Zwecke völlig neu adaptiert wurde. Anstelle der alten Fleischbänke wurde ein Hotelbau errichtet, das Hotel Stadt Mödling, in dem auch Theater gespielt wurde. Das Rathaus wurde ausgebaut und erhielt durch Zumauern von zwei Arcadenbögen sein heutiges Aussehen.
  • Anlegung eines Kurparkes mit Kursalon (1874) und Errichtung eines hölzernen Sommertheaters im Kurpark (1875)

Weitere Leistungen Schöffels waren die Aufstellung einer Sicherheitswache nach modernen Anforderungen und die Ausgestaltung der Feuerwehr durch die Übergabe neuer Löschgeräte (1873), die Verbesserung der bestehenden Wasserleitung (1873), die Erbauung eines neuen Armenhauses (1875) und die Neubenennung der Straßenzüge mit entsprechender Nummerierung (1875).   

Schöffels Erfolge wurden auch außerhalb Mödlings registriert und führten schließlich durch die allerhöchste Entschließung vom 18. November 1875 zur Stadterhebung. Bemerkenswert dabei ist der Umstand, dass dies ohne einen entsprechenden Antrag Seitens des Marktes Mödling erfolgte. 

Erst nach der Stadterhebung folgten die Eingemeindung der Vorderbrühl und der Klausen (1877, die Errichtung eines städtischen Krankenhauses (1881) und die Gründung der Sparkasse der Stadt Mödling (1881).

Hier geht es zum Abriss der Geschichte der Stadt Mödling

ein altes Foto von einem großen Gebäude mit einem Berg im HintergrundBlick über die Stadt Mödling mit dem Aquädukt und der Kirche St. Othmar aus dem Jahr 1904.

Quelle